Bukor Yersor

Hans-Jürgen & Irmgard
mit Bukor

Ein Besuch beim CCF-Patenkind Bukor in Nordthailand

Bukor ist am 01.01.1993 geboren und gehört einem Bergvolk an. Sie sind Anhänger einer Naturreligion die glauben, dass auch in Pflanzen und Steinen eine Seele wohnt. Die Familie, der ausser Bukor noch die Mutter, die drei älteren Schwestern und ein älterer Bruder angehören, lebt im nordöstlichen Gebiet Thailands nahe der Grenze zu Burma. Ihr Bruder ist im Jahre 2006 in ein buddhistsches Kloster eingetreten. Bukors Vater ist 1997 an einer schweren Krankheit verstorben. Bukor geht in die Grundschule, wo sie eine der besten Schülerinnen ist. Sie lernt gerne und bestickt traditionelle Taschen und Jacken. Die Familie bewohnt eine notdürftig eingerichtete Bambushütte, ohne Stromanschluß und fließend Wasser. Bukors Mutter baut Reis für den Eigenbedarf an und verdient ein wenig Geld durch die Hilfe bei der Reisernte und anderen Arbeiten in der Landwirtschaft. Zwei der Schwestern arbeiten auch in der Landwirtschaft. Trotz aller Bemühungen ist ihr Einkommen unregelmässig und geringer als das Pro-Kopf-Einommen dieser Region von US$ 280 jährlich, womit nicht einmal die Kosten der Grundbedürfnisse, wie Kleidung, Lebensmittel, medizinische Versorgung, Schulgebühren, gedeckt sind.


Anlässlich eines Thailandaufenthalts haben wir unser Patenkind Bukor Mitte Mai 2006 in Nordthailand besucht.
Kurz vor der Abreise haben wir unseren Besuchswunsch CCF–Deutschland mitgeteilt. Von dort wurde das Hauptbüro in Bangkok über unseren Besuch informiert und wir erhielten einige Tage später per E-Mail die Kontaktdaten des Hauptbüros. Für uns war dies nichts Neues, denn wir haben in den vergangenen Jahren bereits Patenkinder in Indonesien, Indien und Thailand besucht.

So ausgestattet flogen wir nach Bangkok. In Bangkok waren wir schon einige Male gewesen und so fiel es uns nicht schwer, in der Khaosan Road ein gemütliches Hotel zu finden. Dann durchstreiften wir einige Tage die Metropole und schauten uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an. Aber zuvor meldeten wir uns noch telefonisch beim CCF–Büro in Bangkok. Das Telefonat war gar nicht so einfach zu führen. Ein Anrufbeantworter in Thai und gebrochenem englisch gab verschiedene Hinweise und so mussten wir die freundliche Dame an der Rezeption unseres Hotels bitten, die Verbindung herzustellen.
Im anschließenden Telefonat mit CCF vereinbarten wir zunächst einen Termin für den Besuch. Dann wurde uns der Treffpunkt in Chiang Rai, einer Stadt in Nordthailand, mitgeteilt. Dort sollten wir im Dusit Island Resort Hotel einen Sozialarbeiter treffen, der für das Projekt verantwortlich ist, in dem unser Patenkind lebt.
Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass wir für den Mietwagen einschließlich Fahrer und für einen Dolmetscher ca. 200 EUR zu zahlen hätten. Den Betrag sollten wir nach dem Besuch des Patenkindes dem Sozialarbeiter aushändigen.

Das war neu für uns. Denn bei den Besuchen in Indonesien, Indien und beim letzten Besuch in Thailand haben wir für diesen Komfort nichts bezahlt. Wir haben jedoch nach den Besuchen immer eine Spende für diese Annehmlichkeiten dem jeweiligen CCF-Projekt übergeben.
Da Thailand jedoch ein relativ häufig besuchtes Urlaubsziel ist und viele Paten ihre Patenkinder dort besuchen möchten, ist es CCF -Thailand nicht mehr möglich, die Logistik kostenlos zur Verfügung zu stellen. Wöchentlich besuchen bis zu acht Paten die unterschiedlichsten Projekte.

Nach ein paar schönen Tagen in Bangkok fuhren wir mit einem Bus in 18 Stunden nach Chiang Mai im Norden Thailands. Von dort benötigten wir nochmals einige Stunden mit dem Bus, bis wir endlich in Chiang Rai ankamen.

Chiang Rai ist ein kleines hübsches übersichtliches Städtchen mit sehr schönen Tempeln. Es ist dort viel beschaulicher als im von Touristen überquellenden Chiang Mai. Chiang Rai ist ein herrlicher Ort, um die Bergvölker in den Grenzgebieten zu Burma und Laos zu besuchen.An dem vereinbarten Termin fuhren wir zum Treffpunkt. In der Hotellobby wurden wir bereits von einem CCF-Sozialarbeiter und einer Dolmetscherin erwartet. Wir besprachen den Tagesablauf. Außerdem stellte uns der Sozialarbeiter das Projekt vor, in dem Bukor, unser Patenkind mit ihrer Familie wohnt.

Danach fuhren wir zu einem Supermarkt und kauften auf Empfehlung des Sozialarbeiters einige Dinge fürs tägliche Leben für Bukors Familie ein. Auf dem Einkaufszettel standen, Waschmittel, Zahnpasta und Bürsten, Seife und andere Hygieneartikel, einige Süßigkeiten und Cola. Dann fuhren wir zum Obst- und Gemüsemarkt und kauften noch einige Tüten Obst ein.

Auf dem Markt, unsere Dolmetscherin im Vordergrund

Frische Durianfrüchte werden am Pickup verkauft

Weiter ging die Fahrt über Asphaltstraßen, die allmählich immer schlechter wurden und in unbefestigte Wege übergingen. Nach ein paar Stunden erreichten wir Bukors Dorf. Bei der Einfahrt in das Dorf stand ein Mädchen an einer Hütte. Nach den Bildern, die wir erhalten hatten, konnte es sich nur um Bukor handeln. Und richtig. Einige Meter weiter hielt unser Auto an einer Hütte und das Mädchen kam zu uns herüber gelaufen. Unser Pulsschlag erhöhte sich natürlich. Es war tatsächlich Bukor. Wir gingen zusammen zu ihrer Hütte, wo ihre Mutter und einige Geschwister und Freundinnen schon auf uns warteten.
Bukor hat eine große Familie. Ihr Vater ist vor einiger Zeit verstorben und ihr älterer Bruder ist Mönch in einem buddhistischen Kloster. Ansonsten leben die Familieangehörigen aber alle im gleichen Dorf.
Bukors Hütte besteht nur aus einem Raum mit einer kleinen Veranda. Strom- und Wasseranschluss fehlen.

Die Hütte von Bukors Familie

Rückansicht

Vor der Hütte überreichten wir unsere Geschenke und die Einkäufe aus dem Supermarkt. Die Mutter wickelte uns Glückbänder um die Handgelenke. Sie war sehr gastfreundlich. Danach wurden Getränke und Speisen gereicht. Bukor ist ein sehr schüchternes, aber aufgewecktes Mädchen. Obwohl sie in der Schule Englischunterricht hat, traute sie sich nicht, Englisch mit uns zu sprechen. Aber durch die Dolmetscherin konnten wir uns mit ihr unterhalten. So erfuhren wir z. B., dass sie eine der besten Schülerinnen ihrer Klasse ist und dass sie sehr sportlich ist. Wir erzählten von unserem zu Hause und dann besichtigten wir gemeinsam das Dorf. Bukors Freundinnen waren immer mit von der Partie.

Spiele werden vorgeführt

Unzertrennliche Freundinnen

Wir erhalten Jacke und Tasche als Geschenk

Im Sechserpack

Ein zaghaftes Lächeln

Abschiedsschmerz

Als Abschiedsgeschenk erhielten wir noch eine bunt bestickte Jacke und Tasche, die Bukor selbst genäht hat, und eine große Tüte mit frisch gepflückten Lychees. Gegen Abend verließen wir das Dorf mit einem guten Gefühl, dass auch hier die Spenden sinnvoll verwandt werden.

khop khun khrap
für den schönen Tag