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Als nächstes stand noch der Wat Phnom Penh auf dem Programm. Der Wat liegt auf einem 30 m hohen Hügel. Er ist das Wahrzeichen der Stadt, umgeben von einer Grünanlage.
Rund um den Wat herrscht in den Nachmittagsstunden reges Treiben. Dort kann, wer Lust hat, auf einem Elefanten reiten, an kleinen Garküchen Leckerbissen zu sich nehmen, oder einfach unterhalb des Wat in den
Bambusbüschen die Seele baumeln lassen. Jedoch mit der Seele baumeln lassen ist das so ein Problem. Man bleibt nicht lange alleine und hat man erst seinen Reiseführer herausgekramt, um etwas nachzulesen, steht
schon eine Menschentraube um einen herum und riskiert neugierig einen Blick ins Buch. Bettler gibt es natürlich auch. Hauptsächlich Kinder, die um etwas Geld betteln. Aus meinen Reiseaufzeichnungen möchte ich
die nachfolgenden Sätze ungekürzt aufschreiben, um einen realen Einblick zu vermitteln. Reiseaufzeichnung vom 16.01.1999
„Wir waren an der Pagode Penh. Überall sind viele verstümmelte Bettler
und kleine Kinder, die nur ein Wort beherrschen und das Wort heißt Riel. Der Riel ist die Geldwährung Kambodschas, 1000 Riel = 0,23 Euro. An der Pagode Penh war ein ca. 5-jähriges Mädchen, welches um Geld
bettelte. Das Mädchen hielt ein völlig nacktes Neugeborenes auf dem Arm. Ein so unterernährtes winziges Kind habe ich noch nie gesehen. Am Abend waren wir in einer der vielen Suppenküchen am Tonle Sap
essen. Da kamen drei kleine Kinder zu uns und bettelten. Geld haben wir denen nicht gegeben, da man nicht jedem Bettler etwas geben kann. Das hält auf Dauer kein Portemonnaie lange aus. Eines der Kinder zog die
fast leere Suppenschüssel mit noch einigen Resten fettigen Schweinefleisches vom Tisch, versteckte sich wie ein Hund unter unserem Tisch und verzehrte die Reste.“
Solche Bilder bleiben
natürlich lange an uns haften, insbesondere dann, wenn mal wieder am Essen im Restaurant zu Hause genörgelt wird, weil ein Salatblatt vielleicht nicht mehr ganz so knackig aussieht.
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