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Südindien
Schrift Tirumala
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Allgemeine Landesinfo

Die Halbinsel Südindiens ragt wie ein riesiger Keil in den Indischen Ozean. Sie ist das hinduistische Kernland des Subkontinents und unterscheidet sich grundlegend von den Inlandgebirgen und glühend heißen Wüsten des Nordens.

Südindien ist für viele Kenner das "echte" Indien. Denn hier hat sich die Jahrtausende alte Kultur am reinsten erhalten, während in Nordindien nacheinander viele Invasoren neue Einflüsse mitbrachten.

Ganesh

Reisewetter

Das Indien Wetter wird von drei typischen Jahreszeiten bestimmt: Heiß, feucht (Monsun) und kühl. Die beste Zeit, nach Süd-Indien zu reisen, ist in der kalten Jahreszeit zwischen November und Februar. Die Temperaturen sind dann im allgemeinen sehr erträglich. Sie schwanken zwischen 30 Grad am Tag und 15 Grad in der Nacht. Jedoch kann es im Gebirge empflindlich kalt werden.

Asien
Indien
Ganesh

Währung

10 indische Rupien

=

0,16 Euro

0,20 US Dollar

Ganesh

 Stand: Feb. 09

Was kostet wieviel

Wasser, 1 Liter

14 Rs

Tee

3-15 Rs

Mittagessen

28 Rs

2 Idli

8 Rs

Tee

3-15 Rs

Dosa

18 Rs

Bananenporridge

40 Rs

Plätzchen

10 Rs

Softdrinks

10 Rs

Internet, 1 Std.

50 Rs

Guesthouse

400 Rs

Chapati

5 Rs

Rupien
Bisleri
Dosa
Linsen

Masala Dosa

Ganesh


Südindien Teil 1

Endlich war es so weit!
Am Freitag, den 19.01.2001 sind wir pünktlich um 11:00 h von Frankfurt, via Bahrain, Dubai und Muscat nach Chennai (Madras) geflogen. Wir haben uns für dieses Routing entschieden, da es der günstigste Linienflug mit Gulf-Air nach Chennai  ist. Gebucht haben wir wie immer bei www.ebookers.de , die immer supergünstige Flüge in alle Welt anbieten.
Samstag morgen sind wir dann pünktlich um 06:00 h in Chennai angekommen. Nach schneller Zollkontrolle hatte uns Indien endlich wieder. Draußen vor dem Flughafengebäude wurden wir bereits von zahlreichen Rikshaw-Fahrern, Taxi-Fahrern und anderen Schleppern erwartet, die uns alle günstig in die Stadt bringen wollten.
Schon saßen wir vorne im Bus und warteten ein bisschen müde von der langen Anreise auf die Abfahrt. Aber da kamen noch zwei Frauen, die ebenfalls mitfahren wollten. Und hinter den Frauen zog ein Mann eine riesige Handkarre mit Obst und Gemüse. Die Frauen stiegen ebenfalls vorne ein und das ganze Obst und Gemüse wurde durchs Fenster in den Bus geladen. Jetzt saßen wir mitten im Garten Eden, zwischen Kisten und Körben mit Ananas, Orangen, Bündeln mit Bananen, riesigen Mangos und Jackfrüchten, Tomaten, Möhren und Auberginen. In den Kurven mussten wir das Gemüse festhalten, da es ansonsten umgefallen wäre.
Nach zwei Stunden Fahrt sind wir in Mamallapuram angekommen. Eine günstige Lodge zu finden ist hier nicht schwer. Die Sehenswürdigkeiten: Strandtempel, Krishna Mandapam, Arjunas Buße und die fünf Rathas, können alle bequem zu Fuß erreicht werden.

Strandtempel

Der Strandtempel

Eingang Strandtempel

Eingang zum Strandtempel

Fünf Rathas

Die fünf Rathas

Strand

Am Strand von Mamallapuram

Arjunas Buße

Arjunas Buße

Hotel

Unser Hotel in Mamallapuram

Nach zwei herrlichen Tagen haben wir Mamallapuram verlassen und sind mit dem Bus nach Kanchipuram, einer verstaubten, lauten Stadt mit vielen Tempeln, gefahren. In Kanchipuram hat uns der Kailsantha-Tempel am besten gefallen. Von dort ging es mit dem Bus nach Trichy weiter, wo wir den Sri-Rangannthaswamy-Tempel und den Rock-Fort-Tempel besichtigt haben. Von außen sehen die Hindu-Tempel schöner aus als von innen. Ins Allerheiligste der Tempel kommt man eh nicht. Dort stehen große Schilder: “Only for Hindus“Schild
Von Trichy ging es mit dem Zug  für einen Tag nach Tanjore, wo einer der schönsten Tempel steht, der Brihadishwara-Tempel. Am Eingang steht ein mächtiger Tempelelefant. Für eine Rupie wurde ich von diesem Elefanten gesegnet, indem er seinen Rüssel  auf meinen Kopf legte. Zuvor muss man jedoch die Rupie in den Rüssel des Elefanten stecken.
Von Tanjore ging es zurück nach Trichy und von dort mit dem  Bus nach Madurai. Wir hatten uns für den staatlichen Bus entschieden, der alle 30 Minuten nach Madurai fuhr. Aber wir hatten keine Chance, in den Bus zu kommen. Fuhr ein Bus vor, hingen schon dreißig Personen am Bus oder kletterten durch die offenen Fenster hinein, obwohl der Bus schon brechen voll war. Für uns hieß es nur: „Keine Chance“. Wir fuhren letztendlich mit einem privaten Bus und zugewiesenen Plätzen nach Madurai.
Dort angekommen besichtigten wir ebenfalls die Tempel. Mit dem Zug fuhren wir dann nach Kollam  und weiter mit dem  Schiff nach Aleppy.
Den richtigen Zug zu erwischen ist auch nicht so einfach. Pünktlich waren wir am Bahnhof in Madurai. Braucht man zwar nicht zu sein , da ich noch nicht erlebt habe, dass ein Zug pünktlich abfuhr. Wir fragten zunächst den Stationsvorsteher, von welchem Gleis der Zug abfahren würde. Gleis Nr. 3 war angesagt. Also warteten wir dort ca. 2 Stunden. Auf einmal hieß es über Lautsprecher, dass der Zug auf Gleis 2 abfahren würde und nach weiteren 30 Minuten kam endlich der Zug. Wir waren froh, dass es endlich so weit war. Beim Einsteigen sagte ein freundlicher Inder zu uns: „Fahren Sie auch nach Bombay?“ Wieso Bombay? Wir wollten doch nach Kollam in die andere Richtung. Also wieder warten. Der Zug fuhr ohne uns. Plötzlich rannten alle von Gleis Nr. 3 nach Gleis Nr. 1. Hatten wir etwas verpasst? Also wir hinterher. Und wir haben uns richtig entschieden. Dort stand der Zug nach Kollam.

Busfahrt
Busbahnhof
Zugfahrt

Ein leckeres Meal!
Die Mittagszeit kam näher und näher und wir hielten schon einmal Ausschau nach einem Restaurant. Gegenüber dem Busbahnhof hatten wir ein nettes Hotel gefunden. In Indien heißen alle Restaurants Hotel und in diesen Hotels gibt es mittags nur Meals. Also hereinspaziert und guten Appetit.
Die Hotels sehen fast alle gleich aus. In einem großen Saal stehen in Reihen Tische mit immer vier Stühlen. Auf dem Tisch steht meistens eine Wasserkanne aus Edelstahl. Über den Tischen hängt jeweils ein Ventilator, der die Luft durcheinanderwirbelt.
Hat man erst einmal Platz genommen, kommt ein Kellner und bringt zwei Becher und schenkt Wasser ein. Man muss wissen, dass Inder zum Essen riesige Mengen  Wasser trinken.
Der nächste Kellner ist schon im Anflug mit zwei rechteckig geschnittenen Bananenblättern. Diese Bananenblätter werden vor einem auf den Tisch gelegt, denn sie dienen als Teller.
Der nächste Kellner kommt und fragt: „Meal?Meal
Wir nickten und schon hatten wir einen großen  Berg Reis auf dem Bananenblatt liegen. Der nächste Kellner kam mit einem Blecheimer, der  geviertelt ist. In diesem Eimer waren  vier leckere Currys. Mit einer Schöpfkelle hatten wir ruckzuck von jeder Sorte eine Portion auf unserem „Teller“. Jetzt kamen noch zwei Soßen  aufs Blatt und wir hatten unser erstes Meal.
Erst einmal  nach links und rechts gucken, wie die anderen essen. Alles wird zunächst mit dem Reis vermischt oder hier und da mal getunkt. Dann wird ein zurechtgeformter Klumpen zwischen Zeigefinger und Daumen bugsiert  und mit dem Mittelfinger in den Mund geschoben. Hat man zur Hälfte alles auf, ist schon wieder ein Kellner da und es gibt einen Nachschlag, bis man abwinkt. Wir können zwar mit Stäbchen essen, aber mit den Fingern ist es noch viel schwieriger. Köstlich war es trotzdem.
Hat man den letzten Bissen genüsslich verzehrt,  ist schon ein kleiner Junge da, der den Tisch abräumt und abwischt. Währenddessen liegt die Rechnung in einem kleinen Schälchen unter Aniskörnern und Zahnstochern auf dem Tisch. Die Aniskörner werden nach dem Essen gekaut und tragen zur besseren Atemluft bei.
Ein Meal für unter 0,50 Euro, da kann keiner meckern. Man muss überlegen, dass man für ein solch leckeres Essen in Deutschland dem Kellner oft mehr als einen Euro Trinkgeld gibt.

Durch die Backwaters, ein  Horrortrip.
In Kollam angekommen begaben wir uns zum Hafen. Dort standen viele Schlepper mit Prospekten, die uns alle eine Schiffsreise verkaufen wollten. Wir sahen die  schönsten Fähren in den Prospekten und man versicherte uns eine vergnügliche Tour durch die romantischen Backwaters mit einer schönen Fähre. Im Hafen lagen auch zwei wunderschöne Hausboote, die wir besichtigen konnten.
Da bei den Schleppern die Preise alle gleich waren, kauften wir sofort zwei Tickets. Der Verkäufer sagte noch, dass wir eine Stunde vor Abfahrt am Hafen sein sollten.
Es war soweit!
Es war der große Start zum regionalen Höhepunkt. Die Bootsfahrt durch die Backwaters in Kerala. Abfahrt 10:30 h. Pünktlich um 09:30 h waren wir am Anleger.
Und was sahen wir?
Ein wunderschönes, neues Schiff, wie wir es auf den Prospekten gesehen hatten?
Nein!
Wir standen vor einem Seelenverkäufer, ca. 15 m lang  und ca. 4 m breit. 50 Jahre alt und total vergammelt. Auf dem Oberdeck saßen schon 30 Touristen, die auf  die Abfahrt warteten.
Das Oberdeck war total überfüllt. Wir fanden dennoch zwei leere Plastikstühle. Die Plastikstühle auf denen wir alle saßen, waren bessere Kinderstühle. Bei meinem Gewicht knickten immer die Stuhlbeine um, da das Plastik wohl zu weich war. Aber stehen konnte ich auch nicht, da das Deck nur 170 cm hoch war. Bei meinen 186 cm Körpergröße musste ich immer den Kopf einziehen. Dann kamen noch kurz vor Abfahrt drei weitere Touristen, die ebenfalls auf dem Oberdeck sitzen wollten. Der freundliche Bootsverleiher sagte zu denen: „Ich mache das schon.“
Schon waren drei weitere alte Plastikstühle auf dem Oberdeck und wir saßen wie in einer Ölsardinendose.
Natürlich hatten auch einige ihren Spaß. Denn mit einem selbstgedrehten Joint sieht die Welt schon anders aus und aus einem klapprigen Kahn kann ein Ozeanriese werden.
Nun dampften wir ab. Für die 86 km brauchten wir ca. 8 Stunden. Nach 15 Minuten konnte ich nicht mehr sitzen. Es war ein Höllentripp  mit nur  zwei Pausen. Aber wir haben es geschafft. Während der Fahrt sieht man nur Palmen, Palmen und nochmals Palmen. Wir meinen, dass sich diese Fahrt nicht gelohnt hat. Eine einstündige Fahrt mit einer öffentlichen Fähre von Aleppy aus wäre genau so schön gewesen. Aus Fehlern lernt man halt.
Von Aleppy ging es weiter mit einem Superfast Express Bus nach Kochi. Ich glaube, dieser Bus brach alle Geschwindigkeitsrekorde.
Von Kochi ging es weiter in die Teeplantagen nach Munnar. Von dort weiter nach Ooty, Mysore, Bangalore und Chennai.

Mysore Palast

Palast in Mysore

Chennai

Rikshwa in Chennai

Gopuram

Gopuram

heilige Kuh

buntbemalte, heilige Kuh

Nandi

Nandi oder Reittier Shivas

Slum

Slumgebiet in Chennai

Zum Schluß möchte ich noch sagen, dass es eine schöne Reise war mit vielen neuen Eindrücken und  Erlebnissen.
Die Menschen in Indien sind alle sehr freundlich und wir haben in den vier Wochen kein böses Wort gehört.
Allerdings können einem die Inder auch schon einmal auf die Nerven gehen, wenn man z.B. todmüde in einem überfüllten Zug sitzt und jeder wissen will, wie man heißt und woher man kommt. Aber das ist das kleinere Übel und alle Fragen wurden hoffentlich zur Zufriedenheit aller beantwortet.
Überrascht waren wir auch über die Hilfsbereitschaft der Menschen, die uns immer geholfen haben, wenn wir einmal nicht zurechtkamen, weil wir kein Tamil oder Hindu  lesen können.
Südindien ist auf jeden Fall eine zweite Reise wert.

Ganesh


Südindien Teil 2

Fast auf den Tag genau nach 8 Jahren sind wir zum zweiten Mal nach Südindien geflogen. Am 17.01.2009 sind wir in Chennai angekommen. Mit dem Vorortzug sind wir vom Flughafen zum Bahnhof nach Egmore gefahren. Von dort ging es mit einem Stadtbus zum riesigen Bushahnhof von Chennai und  zwei Stunden  später waren wir mit dem Bus wieder in Mamallapuram, um dort ein Versprechen einzulösen. Wir haben uns dort einen Ganesh aus Granit gekauft, der nach unseren Vorstellungen noch angefertigt wird. Ab Juni 2009 soll der Ganesh unseren Hauseingang in Ahaus schmücken.

Ganesh
Steinmetz Steinmetz

Mamallapuram haben wir fast nicht wieder erkannt. Die Stadt ist enorm gewachsen und es gab mehr Unterkünfte, als vor acht
Jahren. Die Sehenswürdigkeiten, wie Strandtempel und die Fünf Rathas haben wir uns natürlich noch einmal angeschaut. Von Mamallapuram sind wir dann nach Pondicherry gefahren. Pondicherry liegt ebenfalls am Meer und man erkennt den französischen Kolonialeinfluss dieser Stadt sehr gut.
In Pondicherry gibt es einen sehr schönen Ashram von Sri Aurobindo. An diesen friedfertigen Ort kommen viele seiner Anhänger
aus aller Welt, um an seinem Grab zu meditieren.

Sri Aurobindo- Ashram

Eingang zum Ashram

Sri Aurobindo

Sri Aurobindo

Samadhi

Grab des großen Yogi

Um es vorwegzunehmen, es war ein wirklich spiritueller Ort, mit einer besonderen Aura.

Sri Aurobindo ist heute vielen bekannt als Yogi, Dichter, Denker und Philosoph. Er war von Geburt Inder und erhielt seine Ausbildung in England. Mit einundzwanzig kehrte er nach Indien zurück, und wurde eine führende Persönlichkeit in der indischen Freiheitsbewegung. Später zog er sich nach Pondicherry zurück, um seinen Integralen Yoga zu entwickeln, einen Pfad zur Umwandlung und Erhöhung des menschlichen Bewußtseins, der zu einem erfüllten Leben in Freude, Harmonie und Wahrheit führt. Im Jahre 1950 hat Sri Aurobindo seinen physischen Körper verlassen, um zu versuchen, das Supramentale in das Materielle herab zu bringen. Sri Aurobindo hat seinen Körper mit Absicht verlassen und wird ihn nicht zurück nehmen. Er wird sich neu in einem supramentalen Körper manifestieren, der in einer supramentalen Weise geformt ist. Sri Aurobindo kann durch seine unwiderstehliche Kraft auch heute noch viele Menschen heilen. Er kann die Geschicke eines Menschen lenken, so wie er es vielleicht mit mir gemacht hat.

Im Ashram von Sri Aurobindo

Als wir in Pondicherry angekommen waren, sind wir gleich zum Ashram des großen Yogis gegangen. Fotografieren war dort strengstens verboten. Nachdem wir unsere Schuhe ausgezogen hatten, betraten wir den Innenhof des Ashram.. In der Mitte unter einem großen Baum ist der Samadhi (Grabmal) errichtet. Einige seiner Jünger beteten und meditierten am Grabmal. Wir setzten uns in eine Ecke und beobachteten die Menschen. Es war sehr friedfertig dort, aber die Ruhe kam bei mir nicht an, da ich unter starken Rückenschmerzen litt. Außerdem hatte ich von dem Yogi und seinen Fertigkeiten auch noch nicht viel gehört. Nach einer halben Stunde verließen wir den Innenhof und kauften uns noch ein kleines Büchlein  von Sri Aurobindo. Am Abend habe ich das Buch gelesen und am nächsten Morgen waren wir wieder im Innenhof des Ashram. Ich habe mir gedacht, dass der Yogi vielleicht etwas gegen meine Rückenschmerzen unternehmen könne. Aber das war wohl zu viel verlangt und wir verließen nach einer Stunde den Ashram und schlenderten durch Pondicherry, wo ich an einer Ayurveda Klinik vorbei kam. Ich ging neugierig hinein und traf dort einen Arzt, der mich für den nächsten Tag bestellte. Am nächsten Tag ging ich dann zur Klinik und nach einem Vorgespräch über meine Leiden wurde ich für ca. 20 Minuten massiert. Der Arzt traf sofort das Schmerzzentrum und ich war von den Rückenschmerzen befreit. Dann wurden mir noch drei Yoga-Übungen gezeigt, die ich jeden Tag machen muss. Bis jetzt sind die Schmerzen nicht wieder gekommen. Für mich ist dies kein Rätsel, der Yogi hat’s gerichtet. Danke!

Ohne Rückenschmerzen ging es weiter nach Tirupati, um den Tempel von Tirumala, der auf einem Berg liegt, zu besuchen. Tirumala besitzt die größte Tempelanlage in Indien. In der Hochsaison sind in Tirumala mehr Pilger anzutreffen, wie an der schwarzen  Kaaba in Mekka.

Treppenaufgang

Treppenaufgang nach Tirumala

Pilger

Auf jeder Treppenstufe wird Farbe gestreut und eine Kerze entzündet

Balaji

Balaji in Tirumala

Ein Besuch in der Tempelstadt

Insgesamt 3500 Treppenstufen aus Granit sind zu erklimmen, um nach 3 Stunden den Tempelbezirk von Tirumala zu erreichen. Dieser Tempel ist Balaji geweiht und der größte in Indien. Täglich schleppen sich zigtausende Pilger auf den Tempelberg, um von 17000 Tempelangestellten versorgt zu werden.

Eine Legende über den Tempel:

Sri Krishna feierte vor einigen 1000 Jahren seine Hochzeit. Aus diesem Grund lieh er sich von einem Dämon das Geld dafür. Noch heute bringen die Pilger Unmengen von Rupien zu dem Tempel, um die Kosten für die Hochzeit Krishnas zu
begleichen. Außerdem lassen sich dort 20000 Pilger täglich den Kopf scheren. Die Haare werden dann nach Europa und Amerika verkauft (für Perücken etc.) und bringen weitere Erlöse für den Tempel.

Auch wir wollten Balaji sehen, gaben unsere elektronischen Gegenstände inkl. Kamera aus Sicherheitsgründen ab und reihten uns in die überdachte Menschenschlange ein. Uns wurde erst später bewusst, dass wir das Allerheiligste erst in 8 Stunden erreichen würden, so lang war die Warteschlange. Aber wir hatten gutes Karma und einen ausländischen Pass. Mit diesen 2 Dingen ausgerüstet, durften wir durch die engen Katakomben zum Allerheiligsten, das wir in 10 Minuten erreichten.

Die letzte Station von der wir berichten, ist Hampi. Lonely Planet widmet Hampi nur vier Seiten in seiner Reiselektüre. Wir könnten stundenlang über Hampi und das Königreich Vijayanagar erzählen, wo einst die Helden des Ramayanas, Hanuman, Rama und Sita,
lebten.
Nach Hampi wollten wir schon immer, aber es liegt etwas abseits von den eigentlichen Touristenströmen und man muss immer einen enormen Abstecher machen, um zu diesem magischen Ort zu gelangen. Aber dieses Mal hat es geklappt und wir sind von Tirupati in sieben Stunden mit dem Bus nach Bangalore gefahren. Von dort ging es mit dem Nachtzug nach Hospet. Danach war noch eine weitere kurze Busfahrt nötig und wir waren endlich am Ziel.

Hampi Hampi Hampi

Morgenstimmung am Fluss Tungabhadra in Hampi

In der Nähe des Virupaksha Tempels gibt es viele Guesthouses und für jeden Geldbeutel findet sich schnell eine zufriedenstellende Unterkunft. Um es vorweg zu sagen, wir wollten nur zwei Tage in Hampi bleiben, doch wir blieben länger, weil die Stadt einen besonderen Eindruck auf uns machte. Wir haben uns die Ruinen des alten Königreichs Vijayanagar angesehen. Dort erkundeten wir unzählige Tempel. Aber wir waren auch auf spirituellen Pfaden, haben uns den Geburtsort vom Affengott Hanuman angeschaut und waren auf den Spuren von Rama und Sita, den Hauptpersonen aus dem Ramayana.

Tempel

Virupaksha Tempel

Hampi

Auf dem Berg im Hintergrund wurde Hanuman geboren

Elefant

Tempelelefant beim Bad

Tempel

Der Vittala Tempel

Tempel

Narasimha Lakshmi Temple

Hampi

Triumphwagen mit Garuda

Ein wichtiges Telefongespräch mit Deutschland

TelefonatEines Morgens saßen wir schon recht früh am Fluss in Hampi, um das all morgendliche Treiben am Fluss zu beobachten. Wir warteten auf den Tempelelefanten, der jeden Morgen sein Bad in den Fluten nahm. Es waren immer viele Menschen am Fluss, die dort ihr Morgenbad nahmen oder ihre Wäsche reinigten. Außerdem wurde an den Stufen des Flusses auch der Schulunterricht abgehalten. Während so jeder mit sich beschäftigt war, erspähte uns ein freundlicher Bauer, der gerade mit seiner 11 jährigen Tochter auf dem Handy telefonierte. Man muss dazu wissen, dass es jetzt große Mode in Indien ist, in jeder Situation mit seinem  Handy zu telefonieren. Die Inder sind eben sehr mitteilungsbedürftig.
 Der Inder kam herübergelaufen und sagte ganz aufgeregt: “Woher kommen Sie?,  oh aus Deutschland, dann telefonieren Sie mal mit meiner Tochter, die habe ich in der Leitung und sie wäre stolz, mit einer Deutschen mal zu sprechen.”  Und schon hatte Irmgard das Handy am Ohr und tauschte ein paar freundliche Worte mit ihrer neuen Telefonfreundin aus. Der Bauer war recht stolz und freute sich über das Gespräch. 

Drei Wochen Urlaub waren schnell vorüber und wir mussten uns sputen, um über Mysore und Bangalore nach Chennai zu gelangen, von wo wir unseren Flug nach Deutschland antraten.

Pongal