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Tibet

Dui sum sange Guru Rinpoche neudub
Kundan dewah  schimpohi schapp borze
Kunsilk dudull dabohe zollwa dubzi
shingi lap to sol
Schenang sangboe burzoe schivadong
Szampo lungi dupo gingi lap to sol
Om a hum beigar Guru penar zidi hum

Mit dem obigen Mantra möchte ich die Tibet-Seite einleiten.
Wird der Guru Rinpoche mit diesem Mantra angerufen, so soll er  unverzüglich einem Kraft in einsamen und schweren Stunden geben. Das Mantra habe ich von einem kleinen buddhistischen Mönch in Marfa (Nepal) gelehrt bekommen. Es ist so aufgeschrieben, wie es ausgesprochen wird. Guru Rinpoche war ein indischer Tantriker. Er wurde vom König im 8. Jahrhundert nach Tibet gerufen und gründete dort das erste tibetischen Orden der Nyingmapa.


Seit ungefähr einem Jahr habe ich mich auf die Reise nach Tibet vorbereitet. Was heißt hier ich?
Zum erstenmal bin ich ohne Irmgard zu einer Abenteuerreise aufgebrochen. Irmgard hatte starke Bedenken wegen der großen Höhe in Tibet. Obwohl ich sie immer wieder ermunterte mit den Worten: "Was sind schon 5000 m oder 6000 m über NN!" Ich konnte Irmgard nicht umstimmen.
Ich stürzte mich dann alleine ins Unternehmen Tibet und sollte bald am eigenen Leibe erfahren, was 5000 m Höhenunterschied sind.
Da ich nur fünf Wochen für diese Reise eingeplant hatte, setzte ich die Schwerpunkte zum einen auf den Berg Kailash und zum anderen auf den Mt. Everest, der in diesem Jahr seine fünfzigjährige Erstbesteigung feierte. Im Internet hatte ich mich für das Reiseunternehmen Nepaltravels  in Kathmandu, Nepal, entschieden. Wie sich später herausstellte, hatte ich eine exzellente Wahl getroffen.
Der Ein-Mann-Unternehmer, Raju Thapa,  bereitete vor Ort alles gründlich vor und der Preis war in Ordnung. Die Flüge habe ich selbstverständlich  bei Ebookers  in Bonn gebucht. Dieses Online-Reisebüro hat mich auf den vielen Reisen noch nie enttäuscht. Die Preise sind super günstig  und der Service wird bei Ebookers  groß geschrieben. Inzwischen ist daraus schon eine Freundschaft entstanden.

Nach etlichem Schriftverkehr brach ich am 18.04.2003 trotz der Reisewarnungen vor SARS  nach Kathmandu in Nepal auf. 
Mit der Gulf Air bin ich über Abu Dhabi nach Kathmandu (KTM) geflogen. Dort wurde ich von Raju Thapa am Flughafen abgeholt und zum  Thorong Peak Guest House in Thamel gefahren.Thamel ist ein Stadtteil im Zentrum von KTM, wo  Trekker, Bergsteiger und Weltenbummler auf der Suche nach einem günstigen Zimmer absteigen.
Mein Guesthouse kostete 10 US-Dollar inklusive Frühstück am Tag. Das Preis-/ Leistungsverhältnis war in Ordnung. Hier wartete ich insgesamt 6 Tage auf die Einreise nach Tibet, was sich später als großer Fehler herausstellte.
Anstatt ein Trekking in Höhen von 4000 m bis 5000 m zu absolvieren, um mich zu akklimatisieren, schlenzte ich durch KTM und Umgebung und sah mich interessiert um. Inzwischen lag mein Reisepass bei der Chinesischen Botschaft, zwecks Visa-Eintragung.


Dubar Square Kathmandu

Wasserstelle in Patan

Mönche in Bodnath

Touristen- Sadhu

Stupa in Bodnath

Vishnu in Budhanilakantha

Pashupatinath

Gebetsmühlen

Tibetpic1

Altstadt Kathmandu


Endlich war es soweit. Die Einreise nach Tibet war von der Chinesischen Botschaft für den 26.04.2003  genehmigt worden. Tibet darf zur Zeit nur in Gruppen besucht werden.  Wir waren die letzte Gruppe, die nach Tibet einreisen durfte. Aufgrund der SARS-Gefahr wurde die Grenze zu Tibet ab dem 27.04.2003 bis auf weiteres für Ausländer geschlossen. Ebenso wurde der Flugbetrieb nach Lhasa eingestellt. Auch wurde verfügt, dass alle Ausländer bis zum 27. Mai Tibet zu verlassen haben.
Meine Expeditionsmannschaft bestand aus 10 Sloweniern, allesamt Bergsteiger mit Mt. Everest Erfahrung. Der Führer dieser Gruppe war der berühmteste slowenische Bergsteiger, Vikki Groselj, der bereits dreimal den Mt. Everest bestiegen hatte. Außerdem waren da noch David Hunter aus Toronto und Walter Alhorn aus Hamburg und ich. Ingesamt waren wir 13 Personen, die sich zum Kailash und zum Mt. Everest aufmachten.
Vor der Abreise nach Tibet musste noch der lästige Papierkram erledigt werden. Wer soll im Notfall benachrichtigt werden? Was soll im Todesfall veranlasst werden?  usw. usw..
Am 26.04.2003, um 04:30 h ging es dann los. In Thamel stand unser Bus, der uns zunächst zur chinesischen Grenze bringen sollte. Danach ging es mit Jeeps weiter. Als ich dort zusammen mit den Sloweniern ankam, saßen die Sherpas und Köche schon im Bus. Die ganze Ausrüstung und der Proviant für knapp drei Wochen waren in wasser- und staubdichten blauen Plastiktonnen verstaut.

Die Reiseroute führte über den Friendship-Highway von KTM ostwärts über Dhulikel, Dolalghat und Barabise nach Kodari, dem nepalesisch-tibetischen Grenzort. Die Strecke sollte in 6 - 8 Stunden zu schaffen sein. Falls die durch Erdrutsche und Vermurrungen sehr gefährdete Straße hinter der Freundschaftsbrücke (tibetisch-nepalesische Grenze) nicht durch Lastwagenkolonnen verstopft ist, erreicht man nach einigen Serpentinen bald den tibetischen, aber ganz chinesisch wirkenden Grenzort Zhangmu, der hoch am steilen Hang über dem Pö-Fluß liegt.Nach ausgiebiger Pass- und Gepäckkontrolle geht es dann mit Geländefahrzeugen weiter. Die raue vom Monsun ausgewaschene Piste windet sich über lange Schleifen den Berg hinauf.
Allmählich werden die dichten Wälder schütterer, und mit steigender Höhe erreicht man schließlich die Trockentäler des inneren Himalaya. Schon vor Nylam, ca. 30 km von der Grenze entfernt, hat der Baumbewuchs gänzlich aufgehört. In 3800 m Höhe liegt Nylam. Dort haben wir in einer  alten Lodge genächtigt. In Nylam ist der Zeitpunkt gekommen, sich der sommerlichen Kleidung zu entledigen und sich in dicken Daunenjacken und Hosen zu hüllen. Hier ist es schon empfindlich kalt und das Thermometer steigt erst gegen 11:00 h über Nullgrad.
In Nylam fand das erste Briefing durch Vikki statt. Er gab einiges zur Ausrüstung kund und fragte uns, welche Berge wir bereits bestiegen hätten. Danach gab Meta, eine Ärztin, noch einige medizinische Ratschläge über den Gebrauch von Diamox. Vorher hatte ich noch nie etwas über die Einnahme von Diamox gehört. Ich hatte mir zwar in KTM welche besorgt, aber noch nicht eingenommen. Darüber war die Ärztin sehr beunruhigt und empfahl mir, doch sofort mit der Einnahme zu beginnen.Also habe  ich noch in der Nacht mit der Einnahme der Diamox-Tabletten begonnen und  irgendwie ging es mir von Stunde zu Stunde schlechter.

"Unter Trekkern und Höhenbergsteigern ist die Ansicht verbreitet, dass das Medikament Diamox ein geeignetes Mittel zur Vermeidung der Höhenkrankheit sei. Der Wirkstoff des Diamox, das Acetazolamid, ist in der Medizin als Diuretikum (harntreibendes Mittel) lange bekannt. Acetazolamid hemmt das Enzym Carboanhydrase, das in den Nieren die Reabsorbtion von Hydrogencarbonat (CH03 ) und die Ausscheidung von Wasserstoffionen (H+) aufrecht erhält. Durch die Zurückhaltung der H + Ionen erhöht es den Säurespiegel des Blutes und regt damit die Atmung an (s. o.). Insofern unterstützt Diamox den Prozess der Höhenanpassung und kann den Krankheitsverlauf der AMS mildern und verkürzen. Diamox beseitigt also nicht Symptome, sondern wirkt kausal.
Sind Symptome der Akuten Höhenkrankheit (AMS) vorhanden, so darf auch unter Diamox- Behandlung nicht weiter aufgestiegen werden. Tritt Beschwerdefreiheit ein, so kann Diamox ohne Rückfallgefahr abgesetzt und der Aufstieg unter Beachtung der üblichen aufstiegstaktischen Regeln fortgesetzt werden.
"

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Kailash. Etwa 10 km hinter Nylam liegt ein typisches Tibeter-Dorf. Im Hang unter dem Dorf versteckt liegt die kleine Gompa von Phegyeling. Darin liegt eine kleine Höhle, die als einer der Wirkungstätten  des Dichterjogis Milarepa bekannt ist.
Milarepa ist der bedeutendste tibetische Yogi und lebte von 1040 -1123. Er ist der Verfasser der “Hunderttausend Lieder”.Ein Gedicht von Milarepa lautet: “Je mehr Häuser man besitzt, umso schmerzhafter der Abschied beim Sterben”.

Weiter führt der Weg in Richtung Kailash im Westen Tibets und man erreicht bald den ersten 5000 Meter hohen Pass, und die Höhe macht sich deutlich bemerkbar.
Ich  bekomme plötzlich einen kalten Rücken und fange an zu schwitzen. Danach kollabiere ich und wache nach einigen Minuten wieder auf. Alles ist weiß um mich und ich denke, dass ich in einer dicken weißen Wolke sei. Doch die Meta sagt zu mir, dass ich Schneeblind und Höhenkrank sei und ich sofort in tiefere Gefilde müsse, ansonsten wäre die Gefahr zu groß, dass mir etwas zustoßen könne. Krasser gesagt, würde ich weiter aufsteigen, hätte ich noch eine Überlebenschance von 50 Prozent. Das wollte ich nicht akzeptieren und bettelte trotzdem verzweifelt, doch meine Reise fortzusetzen zu dürfen. Aber vergebens. Auch Vikki, der schon viele Rückschläge im Himalaya hinnehmen musste und bereits einige Kameraden hier verloren hatte, war nicht bereit noch einen weiteren Kameraden zu verlieren und etwas über 5000 m war für mich Schluss und ich wurde nach Nylam zurückgebracht, wo ich meine Krankheit auskurieren musste.
Von Meta bekam ich noch Tabletten und zwei Sauerstoffflaschen für den Notfall. Dann war ich alleine in dieser gottverlassenen  Gegend. In einer alten Autowerkstatt lag ich in einem kleinen Raum. Ich schlief zunächst drei Tage und Nächte, ohne etwas zu Essen und zu Trinken und es ging mir immer schlechter. Ich bekam starke Durchfälle. Es war so kalt dort, dass ich kein Wasser trinken konnte. Der chinesische Tee machte mich noch kränker und so lag ich da und wartete auf ein Wunder. Nachts fing es an zu stürmen und der Schnee huschte durchs Fenster und legte sich sanft auf meinen Schlafsack. Am nächsten Morgen raffte ich mich auf und suchte ein Telefon, um mit meiner Reiseagentur in KTM zu telefonieren. Ich sagte ihnen, dass ich nach Nepal zurück wolle. Da ich aber nur im Besitz eines Gruppenvisums war, durfte ich alleine nicht ausreisen. Auch mit einem zweiten Telefonat kam ich nicht weiter. Man gab mir nur zu verstehen, dass ich Geduld haben müsse und abwarten solle. Für diese Telefonate knöpfte der Chinese mir ohne mit der Wimper zu zucken 80 US Dollar ab.
Da ich auf fremde Hilfe nicht hoffen konnte, versuchte ich nun, mir etwas Essbares zu beschaffen. Das chinesische Essen in dem Dorf war nicht genießbar und man wurde nur noch kränker. Ich raffte mich auf und versuchte durch die Besteigung kleiner Berge mich in Form zu halten und mich wieder an größere Höhen  zu gewöhnen. Eines Abends traf ich zwei Franzosen, die gerade von einer Mt. Everest Expedition zurück kamen. Von denen bekam ich etliches an Trockennahrung geschenkt. Dank dieser Trockennahrung wurde ich allmählich wieder gesund.
Eines Abends standen vor meinem Zimmer einige Menschen.Wie sich  herausstellte ein Polizeibeamter, der Ortsvorsteher und noch jemand. Auf Chinesisch erklärte man mir, dass ich mit zur Krankenstation und mich auf SARS untersuchen lassen müsse. Zwei Tage war ich auf  dieser Station und immer und immer wieder Fieber messen. Gott sei Dank hatte ich kein Fieber und durfte die Station bald verlassen.


Tingri Hauptstrasse

Tibet-Haus in Tingri

Tibet-Küche

Yak beim Pflügen

Danke für die Hilfe

Eselkarawane


Am nächsten Tag kam ein Sherpa und sagte mir, dass ich mich bereit halten müsse. Ich sollte bald nach Tingri, einer kleinen Stadt Richtung Mt. Everest gebracht  werden. Am nächsten Tag war es schon soweit. Gegen Abend kamen einige Jeeps mit Mönchen und deren Angehörigen beladen, die auf dem Weg nach Lhasa waren. Bis Tingri wurde ich mitgenommen. Dort fand ich eine Unterkunft in einer Lodge. Im angrenzenden Restaurant wurde ich von einer Krankenschwester versorgt und es ging mir ein bisschen besser. 

Das Essen schmeckte allmählich und so verbrachte ich einige Tage dort und warte auf meine Mannschaft. Die Zeit verbrachte ich mit Bergsteigen, um mich wieder zu akklimatisieren. Außerdem spielte ich auf der Straße mit dem "Billard-König" von Tingri Billard. So vergingen die Tage. Ich konnte es nicht glauben. Eines Nachmittags kamen unsere Geländefahrzeuge bei der Lodge vorgefahren und meine Mannschaft holte mich ab, um in Richtung Kloster Rongbuk und Mt. Everest weiterzufahren.
Auch meine Mannschaft hatte es am Kailash kalt erwischt. Seit fünfzig Jahren hatte es dort nicht mehr so viel geschneit wie in diesem Jahr. Alles war weiß und an eine Umrundung des Kailash war nicht zu denken. Auch der schöne Manasarowar See war zugefroren und sie mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Eigentlich hatte ich Glück im Unglück, denn mein Ziel war es ja auch gewesen den Kailash zu umrunden.
Nun ja, jetzt war ich nicht mehr so enttäuscht.

Mt_Everest4Nach einem Tag hatten wir das Kloster Rongbuk erreicht. Von dort hat man einen herrlichen Ausblick auf die Nordseite des Mt. Everest und nach einem weiteren Tag haben wir das Mt. Everest Base Camp erreicht. Dort waren etliche Expeditionen aus Italien, Deutschland und der Schweiz, die in einigen Tagen zum Gipfelsturm aufbrechen wollten.
Vom Basecamp ging es in einigen Tagen  nach KTM zurück. An der Grenze wurde wieder Fieber gemessen. Hatte man kein Fieber konnte man Tibet verlassen. Die Jeeps wurden natürlich desinfiziert. An der Grenze haben wir unsere Geländewagen verlassen und sind in einen Bus gestiegen, der uns zurück nach KTM brachte.

Von dort habe ich mich am nächsten Tag aufgemacht, um in acht Tagen von Muktinath nach Pokhara zu trekken.Nach dem Trekking bin ich am nächsten Tag über Dubai nach Hause geflogen.Obwohl ich mein Ziel den Kailash zu umrunden nicht geschafft habe, war es doch eine erlebnisreiche Reise. Durch die vielen Missgeschicke und durch die Krankheit hat man vieles neues erfahren. Bei der nächsten Reise zum Kailash wird man seine neuen Erfahrungen ausspielen können und mit neuem Elan an dieses Unternehmen gehen.

Die Umrundung des Kailash wird mein Traum bleiben und ich bin sicher, dass ich es auch irgendwann schaffen werde.

Tashi Delek - Glück und Segen

Mt. Everest Basecamp

Gebetsmühle im Kloster Rongbuk

Tibetpic2

tibet. Mädchen

Kloster Rongbuk

Hängebrücke Annapurna

Annapurna Gebiet

Mt. Everest Nordseite

Sadhus nach Muktinath

Flughafen in Jommson

Namaste1


Namaste